Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom Samstag, 2. August 2014, über den TC Diedenbergen, der es erstmals in die Hessenliga geschafft hat. Nachfolgend der Bericht:

Überleben mit viel Teamgeist

Aufsteiger TC Diedenbergen versucht es in der Hessenliga

DIEDENBERGEN. Bertrand Kaus bringt die Dinge gerne auf den Punkt. „Wenn ich schon höre, wir bilden einen Ausschuss, bekomme ich Pickel“, sagt der Leiter der Tennisschule des TC Diedenbergen. Kaus regelt lieber alles nach der Methode Magath und hält die Fäden in der Hand. „Der Vorstand lässt mich hier machen, solange das Ergebnis stimmt.“ Und das stimmte, zumindest in der vergangenen Saison: Da schaffte der TC Diedenbergen den Aufstieg in die Hessenliga und hat an diesem Wochenende das erste Spiel. „Das war lange mein Traum“, sagt Kaus. Er ist mit seinen Tennisschulen in der ganzen Region vertreten, aber das Herz hängt an seinem Heimatverein Diedenbergen. Die vergangenen Jahre sei die Mannschaft schon gut gewesen, aber durch Verletzungen oder schlechte Starts in die Saison habe es nie geklappt. Jetzt seien die Jungs heiß auf die ersten Spiele. Das Ziel für die Saison: die Klasse halten.

Doch das werde nicht einfach. Es seien viele guten Mannschaften, sagt Kaus. „Alle haben für diese Saison noch einmal deutlich aufgerüstet.“ Viele würden extra ausländische Spieler nur für die drei Wochen Hessenliga einfliegen. In Diedenbergen sei ihm die Mischung und die Verbundenheit zum Verein wichtig. „Dieses Legionärstum will hier keiner sehen“, sagt Kaus.

So kommt zum Beispiel sein Mannschaftführer Philip Gerhard aus der eigenen Jugend. Seit 2004 dabei, in der U14, der U18 gespielt und jetzt endlich Hessenliga. „Ein bisschen nervös bin ich schon“, sagt der 24 Jahre alte Gerhard. Für ihn besteht das ganze Leben aus Tennis. Nach dem Abitur Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann und seitdem als Tennistrainer unterwegs. In der vergangenen Woche hat er noch ein Tenniscamp auf der Anlage in Diedenbergen betreut und sich immer weiter vorbereitet. Schon das ganze Jahr über habe er versucht, seine Fitness zu verbessern, um jetzt auf den Punkt vorbereitet zu sein. „Bei einem intensiven Ballwechsel halte ich jetzt hoffentlich noch länger durch“, sagt er.

Sowohl für Kaus als auch für Gerhard ist das Mannschaftsgefühl in Diedenbergen das Besondere. „Ich bleibe dem Verein natürlich treu, auch wenn es wieder hinunter gehen sollte“, sagt Gerhard. Solange man sich sagen könne, man habe immer gekämpft und alles gegeben, sei es auch in Ordnung, wenn es nicht so gut laufe. Kaus: „Wenn mich einer der Jungs anruft und sagt: ,Du Bertrand, ich habe mir die Schulter gezerrt, aber ich spiele auf jeden Fall, egal wie weh es tut‘, dann freut mich das einfach.“

Kaus, ein redseliger Typ, der sich selbst als „graue Eminenz“ des Vereins bezeichnet, ist stolz, dass die Mannschaft es endlich in die Hessenliga geschafft hat. Vor allem freue ihn, dass fast alle Spiele ein Derby seien, weil viele Mannschaften aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen. Aber aus dem Main-Taunus-Kreis habe es nur Diedenbergen in die Liga geschafft.       Julian Trauthig

 

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